Strategien erarbeiten und umsetzen ist wesentliche Führungsaufgabe und nicht delegierbar

Eine der wichtigsten Führungsaufgaben ist es, Strategien erarbeiten und umsetzen zu können. Dabei ist die Strategieerarbeitung und –umsetzung keinesfalls der obersten Führungsebene, also Geschäftsführern oder Vorständen, vorbehalten sondern eine Aufgabe, die alle Führungsebenen betrifft.

Strategie heißt dabei, „die richtigen Dinge tun“ um langfristig am Markt erfolgreich zu sein. Jede Einheit in einem Unternehmen leistet letztendlich einen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Gesamt-Strategie des Unternehmens – also ist auch jede verantwortliche Führungskraft für Strategiearbeit verantwortlich.

Diese Aufgabe ist aus meiner Sicht nicht delegierbar. Zwar macht es Sinn, für den Prozess der Strategieerarbeitung und ggf. auch bei der Begleitung der Strategieumsetzung auf externes Berater Know-How in der Prozessgestaltung zurück zu greifen. Inhaltlich ausgestaltet werden muss die Strategie aber in jedem Fall von den Führungskräften und Mitarbeitern des Unternehmens und jede Führungskraft ist auch dafür verantwortlich, in ihrem Verantwortungsbereich die Strategie anschließend umzusetzen.

Auch eine interne Delegation etwa an eine Stabsabteilung wie die „Unternehmensentwicklung“ oder – noch schlimmer – in den Bereich Controlling verbietet sich aus meiner Sicht ebenfalls. Es darf auch keinen parallel arbeitenden „Strategiebeauftragten“ geben und erst recht keinen „Strategie-Lenkungskreis“. Strategieerarbeitung und –umsetzung ist auch kein „Projekt“ sondern gehört zu den Kernaufgaben im Tagesgeschäft einer jeden Führungskraft.

Diese Haltung zum Thema „Strategie“ muss dabei von der ersten Führungsebene konsequent vorgelebt und von den nächsten Ebenen ebenso konsequent eingefordert werden.


Leider leiden viele Führungskräfte unter der Dominanz des Dringenden vor dem Wichtigen. In diesem Fall befassen sich Führungskräfte auf allen Ebenen primär mit akuten operativen Fragestellungen und die notwendige Zeit für die wichtige Strategiearbeit scheint zu fehlen. Dabei ist die Entwicklung und vor allem die Umsetzung der Gesamtstrategie und der daraus abgeleiteten bereichs- oder abteilungsspezifischen Teil-Strategien das operativste, was es überhaupt gibt, denn bei der Strategiearbeit geht es ja gerade darum, den langfristigen operativen Erfolg des Unternehmens dadurch sicher zu stellen, dass genau die „richtigen“ Dinge festgelegt und angegangen werden. Eine gut erarbeitete und umgesetzte Strategie führt daher fast automatisch zum angestrebten operativen Erfolg. Zudem wirkt die Strategie sinnstiftend und motivierend für die Mitarbeiter und gibt allen Menschen im Unternehmen die Sicherheit an den richtigen Dingen zu arbeiten.

Mit Blick auf Ihre persönliche Strategiearbeit daher heute die folgenden 5 Fragen:

1. Was verstehe ich in meinem Verantwortungsbereich unter „Strategie“?

2. Wie viel Zeit nehme ich mir für strategische Themen?

3. Wie oft spreche ich mit meinen Mitarbeitern über Strategie?

4. Wie oft spreche ich mit meinem Chef über Strategie?

5. Welches konkrete strategische Thema will ich in der kommenden Woche angehen?

Wie immer wünsche ich ein schönes Wochenende und viel Glück und Erfolg bei allem, was Sie tun.

Ihr / Euer Frank Bönning

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