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Für wirksame Führung spielt die Rolle keine Rolle

Wer wirksam in Unternehmen führen möchte, der sollte sich bewusst machen, dass die formale Rolle in der Führung praktisch keine Rolle spielt. Um wirkungsvoll zu führen, braucht es keine formale Rolle oder Funktion als disziplinarischer und / oder fachlicher Vorgesetzter.


Umgekehrt reicht eine formale Führungsrolle für wirksame Führung eben leider auch nicht aus. In beiden Fällen sind andere Faktoren ausschlaggebend dafür, ob es dem Menschen in der jeweiligen Rolle – mit oder ohne Vorgesetztenfunktion – gelingt, wirkungsvoll zu führen.


Dem zugrunde liegt der Gedanke, dass „Führung“ bedeutet, "Vereinbarungen auf Augenhöhe" zu treffen. Wer Führung als (formale) Anweisung versteht und die formale Führungsrolle insbesondere als „disziplinarischer“ Vorgesetzter als die Verleihung von Macht mit dazugehörigen Sanktionsmöglichkeiten, der wird dem Gedanken, dass diese formale Führungsrolle letztendlich für wirksame Führung ohne Nutzen ist, nur schwer zustimmen können. Führung ist aber eben nicht „Befehl“ und „Gehorsam“. Die vom Unternehmen verliehenen „Schulterklappen“ helfen beim Militär, Klarheit zu Kommandostrukturen zu schaffen. Im Führungskontext reichen sie nicht nur nicht aus, sie haben wenig bis gar keinen praktischen Nutzen.


Worauf kommt es also an? Für wirksame Führung sind viele Faktoren ausschlaggebend. Klarheit zu schaffen zu den Zielen, die erreicht werden sollen. Transparenz zu den wechselseitigen Erwartungen herbeiführen. Sehr gute Kommunikationsfähigkeiten. Gut zuhören können. Die richtigen Fragen stellen. Kritische Themen gut und zielführend ansprechen können. Selbstführung und Selbstorganisation. Dies sind wichtige Kompetenzen, die der „Abteilungsleiter“ oder „Geschäftsführer“ in der formalen Funktion ebenso zwingend braucht wie der Projektleiter, der ein Team von Kolleginnen und Kollegen führt, ohne eine formale Führungsrolle innezuhaben.


Die Erkenntnis, dass die formale Funktion im Führungskontext gar nicht so wichtig ist, dürfte einerseits bei Mitarbeitern, die Führungsrollen ohne formale Vorgesetztenfunktion übernehmen erleichternd wirken und allen mit formaler Vorgesetztenfunktion vor Augen führen, dass es darauf gar nicht ankommt.


Hier zum Thema wie immer 5 Fragen zur Selbstreflektion:


1.       Welche 3 Kompetenzen sind aus meiner Sicht hilfreich für sehr gute Führung in einer Vorgesetztenposition?

2.       Welche 3 Kompetenzen sind aus meiner Sicht hilfreich in einer Führung ohne Vorgesetztenposition?

3.       Wo hilft mir mein formaler Status in meiner formalen Führungsrolle?

4.       Wo erschwert mein formaler Status meine Führungsrolle?

5.       Was erwarte ich in der Führung anderer ohne Vorgesetztenfunktion?

 

Wie immer wünsche ich viel Glück und Erfolg bei allem, was Sie tun.

Ihr Frank Bönning

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