Führungskräfte haben Macht und sollten diese im besten Sinne nutzen

Die Rolle einer Führungskraft bedeutet automatisch, Macht verliehen zu bekommen. Diese Macht übt jede Führungskraft in vielerlei Hinsicht aus. Einige Führungskräfte tun dies, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein und andere Führungskräfte setzen ihre Macht ganz bewusst als dominierendes Element ihres Führungsstils ein.


Diese Führungskräfte verstehen Macht oft vor allem als die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter zu belohnen oder zu bestrafen. Dabei setzen Sie die verschiedensten Mittel der Belohnung und Bestrafung ein, meist in Kombination. Sie führen mit „Zuckerbrot und Peitsche“. Das Zuckerbrot kann – neben harten monetären Anreizen – auch aus Wertschätzung, Loyalität, Information, Einbindung oder geschenkter Zeit und Aufmerksamkeit bestehen.


Auch die Bestrafungsmethoden sind vielseitig bestehen im ersten Schritt meist im Entzug von Wertschätzung, Information, Einbindung und Zeit über Abwertung und Geringschätzung unter 4-Augen oder sogar vor anderen bis zum finalen Schritt einer Trennung.


Natürlich haben Führungskräfte das Recht und manchmal sogar die Pflicht ihre Mitarbeiter zu sanktionieren. Der Verstoß gegen Gesetze oder wichtige Regelungen zum Beispiel im Bereich der Arbeitssicherheit kann nicht ignoriert werden und muss Sanktionen nach sich ziehen. Aber sie müssen begründet und verhältnismäßig sein und dürfen nicht abwertend oder respektlos erfolgen.


Viel wichtiger als die Macht, Belohnungen und Bestrafungen auszusprechen ist aber ein ganz anderer Aspekt von Macht. Wer Macht als die Möglichkeit sieht, Dinge zu gestalten und zu verändern und dafür die Verantwortung zu übernehmen, der handelt als Führungskraft im besten Sinne machtvoll.


Die aktive Gestaltungsaufgabe einer Führungskraft ist eine wichtige Triebfeder für Veränderung und Verbesserung. Dabei sollte die Führungskraft aktiv ihre „Macht“ wirkungsvoll ergreifen und damit im besten Sinne Menschen und Bereiche „bewegen“. Wer Macht in diesem Sinne nutzt, wird schnell auch die Loyalität seiner Mitarbeiter bekommen, erst Recht, wenn die Mitarbeiter spüren, dass der Vorgesetzte seine Macht auch wirkungsvoll zum Schutz seiner Mitarbeiter einsetzt, etwa vor ungerechtfertigten Vorwürfen aus anderen Bereichen oder indem es ihm gelingt, unsinnige Aufgaben für seine Mitarbeiter abzublocken.


Letztendlich sollten sich Führungskräfte gegenüber dem Thema Macht offen zeigen. Dazu gehört die Selbstreflektion, was Macht mit der Persönlichkeit einer jeden Führungskraft anstellt, zu was die Führungskraft ihre Macht nutzt und wie sie erkennt, in welchen Situationen sie ihre Macht zum Einsatz bringt.


Ist dieses persönliche Verhältnis zur Macht und der Umgang damit in der Führungssituation geklärt, dann kann sich die Führungskraft ganz darauf konzentrieren, Ihre Machtmöglichkeiten vor allem aktiv in Sinne einer „Gestaltung mit Verantwortungsübernahme“ zu nutzen.


Zum Thema „Führung und Macht“ heute die folgenden Freitags-Fragen:


1. Welche Macht habe ich in meiner Rolle als Führungskraft und warum habe ich diese?

2. Wie geht es mir mit der Macht, die mir meiner Rolle als Führungskraft verschafft?

3. Wie belohne und bestrafe ich meine Mitarbeiter bewusst und unbewusst?

4. Wie oft nutze ich meine Macht um verantwortungsvoll zu gestalten?

5. Wann setze ich meine Macht zum Schutz meiner Mitarbeiter ein?


Wie immer wünsche ich ein schönes Wochenende und viel Glück und Erfolg bei allem, was Sie tun.

Euer / Ihr Frank Bönning


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