Führungskompetenz „Zuhören“: Warum fragen wichtiger ist als sagen!

Führungskräfte stehen permanent in der Kommunikation mit Ihrem Umfeld. Chef, Kollegen, Mitarbeiter und Geschäftspartner kommunizieren auf den unterschiedlichsten Wegen mit der Führungskraft. Per Mail, telefonisch, virtuell oder persönlich. Bewusst oder unbewusst. Gezielt oder zufällig.

Diese Kommunikation ist das Bindeglied zwischen den einzelnen Akteuren in einer arbeitsteiligen Welt im sozialen System „Unternehmen“. Dabei lebt jeder Akteur in seiner, für ihn „wahren“ Welt. Und diese Sichtweisen, diese Blicke auf die „wahre“ Welt können massiv zwischen den Akteuren abweichen und entstehen zunächst allein im Kopf eines jeden Akteurs im Unternehmen.

Die einzige Chance, mehr über die individuelle Sichtweise voneinander zu erfahren, ist nicht miteinander zu sprechen sondern einander zuzuhören. Leider stellen viele Führungskräfte das „Sagen“ über das „Zuhören“.

Wenn dies alle machen, dann würden alle Akteure im Unternehmen irgendwann mit ihrer individuellen Sicht der Dinge nebeneinander her laufen. Gemeinsame Sichten wären eher Zufall. Unverständnis, enttäuschte Erwartungen und Konflikte sind vorprogrammiert. Über die jeweilige Sicht des anderen auf die Dinge könnten wir nur Vermutungen anstellen oder – noch schlimmer - unsere eigenen, wahrscheinlich falschen Erwartungen auf den anderen übertragen und ihm eine bestimmte Sichtweise oder Motive unterstellen ohne diese wirklich zu kennen.

Darum ist es so wichtig zu fragen und zuzuhören, um möglichst viel über die Sichtweise unseres Gegenübers zu erfahren.


Zugleich zeigen wir damit unsere Wertschätzung, dass wir uns überhaupt für diese Sicht interessieren. Noch mehr Wertschätzung zeigen wir, wenn wir nicht nur zuhören, sondern dies auch aktiv verarbeiten, Gedanken und Ideen aufnehmen, wiederholen, ob wir richtig verstanden haben und damit einen Beitrag leisten, die Welt des anderen zu verstehen.

Für Führungskräfte lohnt sich diese Investition in das Zuhören, egal ob es um den eigenen Chef geht, die Mitarbeiter, die Kollegen oder die Geschäftspartner. Die Führungskraft sollte außerdem den Mut haben, ihre Sicht auf die Dinge aktiv ihren Gesprächspartnern anzubieten, denn oft trauen diese sich gar nicht, danach zu fragen.

Es macht einen großen Unterschied, ob die Führungskraft eine wichtige Entscheidung des Unternehmens ihren Mitarbeitern nur verkündet, oder ob sie diese auch aus der Sicht der Entscheider begründet und auch ihre eigene Sicht auf das Thema offen legt. So schafft Sie Transparenz zu ihrer Sichtweise auf die Welt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur besseren Zusammenarbeit.

Mit Blick auf das Thema "Zuhören" daher heute die folgenden Fragen:

1. Wie oft sage ich etwas zu meinen Mitarbeitern und wie oft frage ich ernsthaft?

2. Wie gut kenne ich die Sicht meiner Mitarbeiter auf wichtigen Themen in meinem Bereich?

3. Wie „aktiv“ höre ich meinen Mitarbeitern zu?

4. Wie „aktiv“ höre ich meinem Chef zu?

5. Bei welcher nächsten konkreten Gelegenheit kann ich zeigen, dass ich ein guter, aktiver Zuhörer bin?

Wie immer wünsche ich ein schönes Wochenende und viel Glück und Erfolg bei allem, was Sie tun.

Ihr / Euer Frank Bönning

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