• Frank Bönning

Es gibt keine guten und keine schlechten Führungsstile

So unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich ist auch jeweils die Art und Weise, wie diese Menschen in ihrer Rolle als Führungskraft ihre Mitarbeiter führen. Solange es das Thema „Führung“ gibt, solange wird über diese verschiedenen Führungsstile diskutiert.


Autoritäre Führung, kooperative Führung, agile Führung, bürokratische Führung – schon lange wird versucht, Führungsstile zu definieren, zu charakterisieren und ihre Vor- und Nachteile zu beschreiben. Immer schwingt dabei auch die Frage mit: „Welcher Führungsstil ist der Beste?“.


Wer diese Frage beantworten will, der muss sich zunächst einmal bewusst machen, von welchen Faktoren der Führungsstil einer Führungskraft eigentlich abhängt, denn dann wird schnell klar, dass es „den“ besten Führungsstil aufgrund der Vielfältigkeit der Ausprägungen gar nicht geben kann, denn die Faktoren, die den Führungsstil einer Führungskraft beeinflussen sind sehr vielfältig und bilden sich über das ganze Leben der Führungskraft heraus. Hier nur einige Beispiel:

  • Das Menschenbild der Führungskraft.

  • Das bewusste und unbewusste Wertesystem der Führungskraft.

  • Positive und negative Erfahrungen aus Kindheit, Schule, Ausbildung und Beruf.

  • Persönliche Verhaltenspräferenzen der Führungskraft.

  • Ausprägung der emotionalen Intelligenz.

  • Persönliche positive und negative Erfahrungen mit dem eigenen Führungsverhalten und dem Führungsverhalten Anderer.

  • Das beobachtbare Führungsverhalten des eigenen Chefs und der Kollegen.

  • Die Unternehmens- und Führungskultur.

Einige dieser Einflüsse sind extrem prägend und will die Führungskraft in ihrem Handeln authentisch bleiben, wird sie dauerhaft nicht gegen Ihre eigene Persönlichkeit handeln können. So erklärt sich auch, warum es so viele unterschiedliche beobachtbare Führungsstile gibt und das ist auch gut so, denn den EINEN richtigen Führungsstil gibt es nicht, denn es kommt immer auf das jeweilige Unternehmen, die jeweilige Situation und die jeweiligen Mitarbeiter an.


Ein Führungsstil, der in dem einen Unternehmen nicht passend erscheint, mag in einem anderen Unternehmen genau der richtige sein. Ein Führungsstil, der in einer bestimmten Situation genau der richtige ist, mag in einer anderen Situation genau falsch sein. Der eine Führungsstil, der bestimmte Mitarbeiter aus dem Unternehmen treibt mag für andere Mitarbeiter genau der sein, der sie besonders motiviert.

Ich achte daher in meinen Coachings sehr genau darauf, dass der Klient sich immer bewusst macht, dass er seinen persönlichen Führungsstil immer in den Kontext seines Unternehmens, seiner Mitarbeiter und der jeweiligen Situation einordnen muss und das es dabei weniger um „richtig“ und „falsch“ sondern um „zielführend“ und „nicht zielführend“ geht.

Zum Wochenende daher, bezogen auf ihren persönlichen Führungsstil, stellen Sie sich doch bitte einmal die folgenden Fragen:

1. Welche Faktoren haben meinen eigenen persönlichen Führungsstil besonders geprägt?

2. Welche 3 Begriffe beschreiben meinen Führungsstil am besten?

3. Wann war mein Führungsstil zuletzt besonders funktional = zielführend?

4. Wann war mein Führungsstil zuletzt in besonderem Maße nicht zielführend?

5. Wie könnte ich meinen Führungsstil in solchen Situationen modifizieren, damit er zielführender wird?

Wie immer wünsche ich ein schönes Wochenende und viel Glück und Erfolg bei allem, was Sie tun.

Ihr / Euer

Frank Bönning

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